Mein liebes Pubertier

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Werden unsere Lieblinge älter, nähern sie sich der gefürchteten Pubertät. Je nach Größe und Rasse setzt diese mit 6 bis 12 Monaten ein. Die Ausmaße sind natürlich von Hund zu Hund unterschiedlich. So haben wir alle schon von “Horrorstories” gelesen, in denen der Hund sich nicht mehr für Frauchen oder Herrchen interessiert, an der Leine nur noch nach vorne zieht und den Rückruf ja sowieso vergessen hat. Ich möchte euch beruhigen: Die Pubertät lässt zwar die Hormone und Synapsen in Hündchens Kopf verrückt spielen, dennoch haben wir als Halter*innen Einfluss auf dessen Verhalten.

Es kommt nicht Tag X, an dem der Hund von heute auf morgen alles vergessen hat, was er jemals gelernt hat.
Wir backen uns einen Fahrplan durch die Pubertät und nehmen…
Je besser die Erziehung und Beziehung als Welpe bereits lief, desto leichter wird euch die Pubertät fallen. Dennoch wird der Hund hinterfragen, ob die Regeln, die ihr aufgestellt habt, auch heute noch gelten. Verantwortlich dafür ist die “Behörde für Hormone” im Gehirn: der Hypothalamus.
Wie auch schon beim Welpen: wir Menschen treffen die Entscheidungen und setzen diese konsequent durch. Kuba bekommt beispielsweise kein Essen vom Tisch von uns, weil uns das von Anfang an wichtig war. Bei meinen Eltern hat er den süßen leidenden Hundeblick perfektioniert – von ihnen bekommt er nämlich Leckerchen am Tisch. Diesem Blick zu widerstehen, fällt uns natürlich schwer. Da es uns aber wichtig ist, dass er dieses Verhalten weniger zeigt, dürfen wir ihm auch nichts vom Tisch geben. Wir müssen konsequent bleiben.
Weniger ist mehr – Verschnaufen hilft Hund und Halter: Trotz der verwirrenden Hormonlage sind sich Wissenschaftler einig, dass es sinnvoll ist, auch während der Junghundphase den Hund zu fördern und dessen Gehorsam im Training weiter auszubauen. Aber: in Maßen. Wir alle kennen sie: diese Tage, an denen gar nichts funktionieren will. Wir haben schlecht geschlafen und daher Genickschmerzen, sind auch noch im Zeitdruck, die Laune und Konzentrationsfähigkeit ist super niedrig. Wir sollten uns an solchen Tagen erlauben, nicht mehr als das Nötigste zu tun und abends eine entspannende Badewanne zu nehmen. Wieso sollten unsere Hunde solche Tage nicht auch haben dürfen? Gerade in einer Phase, in der der Hund seine Sexualität entdeckt und erstmal herausfinden muss, woher diese ganzen neuen interessanten Gerüche stammen und wie man jetzt damit umgeht.
Setzt das Training ruhig mal aus. Ihr habt alle Zeit der Welt. Euer Hund durfte heute einfach nur am Geschirr ziehen und musste nicht leinenführig und orientiert neben euch laufen? Super, morgen ist auch noch ein Tag. 

Habt Verständnis für euren Hund. Nehmt es nicht persönlich, wenn er sich nicht auf der Sitz und Bleib Training konzentrieren kann. Trainiert lieber kleinschrittig und in kurzen Sequenzen. Euer Vierbeiner gibt sein Bestes, mit den auf ihn einprasselnden Veränderungen klar zu kommen. 

@abenteuer_eigener_hund 

Habt ihr individuelle Fragen oder wollt euch mal anschauen, wie wir die Kubas pubertäre Schübe managen? Schaut doch mal beim Highlight “Pubertier” rein. 

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